VIRTUELLER RUNDGANG

Treten Sie ein … Zunächst sehen wir die Hauptallee, die erst nach der Schließung des Areals gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, dann die ersten Gräber.
Aufgrund des Platzmangels sind die Gräber sehr eng gestellt, denn der 1784 angelegte Friedhof beherbergt insgesamt 8.000 Verstorbene.
Auf dem Areal findet sich eine große Anzahl in West- und Mitteleuropa einzigartiger sephardischer Grabhäuschen und Grabstellen … …wie dieses der Familie Russo… Der k.k. priv. Großhändler Sigfried Philipp Wertheimber durfte sich aufgrund des Toleranzpatents Joseph II (1782) in Wien aufhalten.
Die Familie Königswarther gehört zu den Mitbegründern der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Während der Nazi-Zeit wurden unzählige Gräber geschändet, wie diese der prominenten Familie Arnstein-Eskeles. Dieses Grabdenkmal aus Gusseisen spiegelt den technischen Fortschritt der industriellen Revolution wider.
Das Erscheinungsbild der Grabsteine ist sehr unterschiedlich… Die Mohnblume als Symbol des ewigen Schlafes ist nur auf einem einzigen Grabstein zu sehen.
Einige der Grabsteine sind aus Granit und daher gut lesbar…
…sandsteinerne Grabmäler der ärmeren Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind dagegen oftmals durch Verwitterung sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Der Friedhof ist von einer hohen Mauer umgeben… …die die Gräber jedoch nicht vor dem Verfall beschützen kann. Einige Grabsteine sind umgestürzt,
andere zugewachsen… … wie dieses Bild besonders gut zeigt. Wild aufgehende Baumschösslinge werden zu einer Gefahren für die Grabsteine.
Herabstürzende Äste ziehen oft ganze Grabreihen in Mitleidenschaft. Umso wichtiger ist es daher, … … eine langfristige Lösung für die Erhaltung dieses einzigartigen Kulturdenkmals zu erreichen.
Wir laden sie herlich ein, dieses fast vergessene Kleinod inmitten von Wien in einer unserer monatlichen Führungen selbst zu entdecken!

(c) Photos: Harry Weber und Tina Walzer